Zoos sind auch Forschungsstätten

Zwei Männer mit Chip-Lesegerät und zwei Galapagos-Riesenschildkröten
Zwei Experten arbeiten am Projekt zur Erforschung der Genetik von Galapagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis nigra Artkomplex), Foto: Zoo Zürich, Tim Benz

Wissenschaftlich geleitete Zoos gewinnen, nutzen und teilen Wissen über Tiere. Forschung hilft ihnen, Tierhaltung, Artenschutz und Bildung laufend zu verbessern.

Wissenschaftlich geführte Zoos richten ihre Arbeit an aktuellen Erkenntnissen aus Biologie, Zoologie und Veterinärmedizin aus. Neues Wissen fliesst laufend in Tierhaltung, Fütterung, Pflege, Gesundheitsvorsorge, Zuchtprogramme, Bildung und Artenschutz ein. Zoos sind damit lernende Organisationen: Sie überprüfen ihre Arbeit regelmässig und entwickeln sie weiter.

Zusammenarbeit mit der Wissenschaft

Gleichzeitig sind Zoos selbst wichtige Forschungsstätten. Die Mitglieder von zooschweiz sind aktuell an über 130 Forschungsarbeiten beteiligt. Untersucht werden zum Beispiel das Verhalten von Tieren, Fragen der Ernährung, Impfprogramme, genetische Grundlagen für Wiederansiedlungen oder die Gesundheit von Tieren in Erhaltungszuchtprogrammen. Viele Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungsinstituten und internationalen Fachnetzwerken.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Biobank des Europäischer Verbandes der Zoos und Aquarien (EAZA Biobank). Sie sammelt und lagert biologische Proben wie Blut, Gewebe oder Haare von Tieren aus EAZA-Mitgliederzoos sowie teilweise von Wildtieren. Die Proben stehen der Wissenschaft zur Verfügung. So lassen sich genetische Fragen klären, Verwandtschaften besser verstehen und Strategien für den Schutz bedrohter Arten weiterentwickeln – in menschlicher Obhut ebenso wie in der Natur.

Tiere besser verstehen

Forschung hilft, Tiere in ihrer Biologie, ihrem Verhalten und ihren ökologischen Zusammenhängen besser zu verstehen. Sie bildet die Grundlage, um Tierhaltungen weiterzuentwickeln und bedrohte Arten wirksamer zu schützen – im Zoo ebenso wie in ihren natürlichen Lebensräumen. Wissenschaftlich begutachtete Forschungsarbeiten aus Zoos und Aquarien sind unter anderem in der Zoo Science Library zugänglich.

Ein Tierpfleger fotografiert einen Pfeilgiftfrosch mit einem eingespannten Handy
Ein Tierpfleger fotografiert einen Pfeilgiftfrosch (Oophaga anchicayensis). Anhand des Fotos kann das einzelne Tier identifiziert werden, Foto: Zoo Zürich, Samer Angelone